⚡ Kurze Antwort — ETF Steuern 2026

Auf ETF-Gewinne zahlst du 26,375 % Abgeltungssteuer (inkl. Soli). Bei Aktien-ETFs sind 30 % der Gewinne steuerfrei (Teilfreistellung) — effektiver Steuersatz: rund 18,46 %. Die ersten 1.000 € Erträge pro Jahr sind komplett steuerfrei — aber nur mit Freistellungsauftrag. Die Vorabpauschale 2026 basiert auf dem Basiszins von 3,20 % (laut Bundesbank, festgesetzt vom BMF am 13. Januar 2026).

⚠️ Steuerrechtlicher Hinweis: Dieser Artikel gibt einen allgemeinen Überblick (Stand: Juni 2026). Er ersetzt keine individuelle Steuerberatung durch einen zugelassenen Steuerberater. Steuerrechtliche Regelungen können sich ändern. Haftung ausgeschlossen.

1. Abgeltungssteuer

In Deutschland fällt auf Kapitalerträge pauschal Abgeltungssteuer an:

SteuerSatzGesamt
Abgeltungssteuer25,00 %26,375 %
Solidaritätszuschlag1,375 %

Wichtig: Der Broker zieht diese Steuer automatisch ab — du musst nichts selbst berechnen.

2. Teilfreistellung — der Steuervorteil bei Aktien-ETFs

Aktien-ETFs (alle normalen MSCI World oder All-World ETFs) profitieren von der Teilfreistellung: Nur 70 % der Erträge werden besteuert — 30 % sind steuerfrei.

📊 Beispiel

Du machst 1.000 € Gewinn. Besteuert werden nur 700 € (70 %). Steuer: 700 € × 26,375 % = 184,63 € — statt 263,75 € ohne Teilfreistellung.

3. Freistellungsauftrag — 1.000 € steuerfrei

Jede Person hat einen Sparerpauschbetrag von 1.000 € pro Jahr (2.000 € für Ehepaare). Erträge bis zu dieser Höhe sind komplett steuerfrei — aber du musst deinem Broker einen Freistellungsauftrag erteilen.

⚠️ Häufiger Fehler: Viele Einsteiger vergessen den Freistellungsauftrag. Das kostet bis zu 263 € an unnötigen Steuern pro Jahr. Direkt bei der Depoteröffnung einrichten.

4. Vorabpauschale 2026 — Basiszins 3,20 %

Seit 2018 gibt es die Vorabpauschale — eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende ETFs. Auch wenn du keine Dividenden erhältst, fällt jedes Jahr eine kleine Steuer an. Dein Broker zieht sie automatisch im Januar ab — du musst nichts aktiv tun.

📊 Basiszins 2026: 3,20 % (laut Bundesbank)

Das Bundesfinanzministerium hat den Basiszins für 2026 am 13. Januar 2026 auf 3,20 % festgesetzt (2025: 2,53 %). Für Aktien-ETFs ergibt sich folgende Rechnung bei 10.000 € Depotwert:

SchrittBerechnungErgebnis
Basisertrag10.000 € × 3,20 % × 0,7224,00 €
Teilfreistellung 30 %224,00 € × 70 %156,80 €
Abgeltungssteuer 26,375 %156,80 € × 26,375 %41,34 € Steuer
⚠️ Wichtig: Stelle sicher, dass im Januar ausreichend Guthaben auf deinem Verrechnungskonto liegt — dein Broker bucht die Vorabpauschale automatisch ab. Mit einem Freistellungsauftrag über 1.000 € kannst du die Vorabpauschale für ETF-Volumina bis ca. 80.000 € vollständig abdecken.

5. ETFs steuerfrei? — Was wirklich steuerfrei ist

Vollständig steuerfrei sind ETF-Erträge nur bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 € / 2.000 € für Ehepaare). Darüber hinaus gibt es keine legale Möglichkeit, ETF-Gewinne komplett steuerfrei zu stellen. Was aber legal möglich ist:

6. ETF und Steuererklärung — wann ist sie nötig?

Deutsche Broker führen alle ETF-Steuern automatisch ab. Du brauchst in der Regel keine Steuererklärung für ETF-Erträge. Es gibt aber Ausnahmen, wo eine Steuererklärung sich lohnt oder Pflicht ist:

SituationSteuererklärungWarum
Broker mit deutschem SitzNicht nötigBroker führt alles automatisch ab
Ausländischer BrokerPflichtKeine automatische Abführung
Persönlicher Steuersatz < 25 %EmpfehlenswertGünstigerprüfung → Steuererstattung möglich
Verluste mit Gewinnen verrechnenMöglichDepotübergreifende Verlustverrechnung
Kirchen-/SonderausgabenGgf. nötigJe nach persönlicher Situation
🧮 Kostenloses Tool
ETF-Steuerrechner 2026
Berechne wie viel Steuer auf deinen ETF-Sparplan anfällt — inkl. Vorabpauschale und Teilfreistellung.
Jetzt berechnen →

Häufige Fragen zu ETF Steuern

Muss ich ETF-Gewinne in der Steuererklärung angeben?

In der Regel nicht — der Broker führt die Steuer automatisch ab. Wenn du einen niedrigeren persönlichen Steuersatz unter 25 % hast, kann eine Günstigerprüfung sinnvoll sein.

Gilt die Teilfreistellung für alle ETFs?

Nur für Aktien-ETFs mit Aktienquote ≥ 51 %. Das gilt für alle MSCI World und FTSE All-World ETFs.

Was passiert steuerlich beim Verkauf?

Beim Verkauf werden realisierte Kursgewinne besteuert. Der Broker zieht die Abgeltungssteuer automatisch ab. Verluste können mit Gewinnen verrechnet werden. Bereits gezahlte Vorabpauschalen werden angerechnet — du zahlst nicht doppelt.

Wie viel ETF-Gewinn ist steuerfrei?

Der Sparerpauschbetrag beträgt 1.000 € pro Person und Jahr (2.000 € für Ehepaare). Erträge bis zu dieser Höhe sind steuerfrei — aber nur mit Freistellungsauftrag beim Broker. Zusätzlich sind bei Aktien-ETFs 30 % der Gewinne durch die Teilfreistellung steuerfrei.

Was ist der Unterschied: ETF steuerfrei vs. Freistellungsauftrag?

ETFs sind nicht grundsätzlich steuerfrei — auf Gewinne fällt Abgeltungssteuer an. Steuerfrei sind nur Erträge bis zum Sparerpauschbetrag (1.000 €), wenn du einen Freistellungsauftrag gestellt hast. Darüber hinaus gibt es keine legale Möglichkeit ETF-Gewinne komplett steuerfrei zu stellen.

Muss ich für ETFs eine Steuererklärung machen?

Normalerweise nicht. Deutsche Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital führen alle Steuern automatisch ab. Eine Steuererklärung kann sich lohnen wenn dein persönlicher Steuersatz unter 25 % liegt (Günstigerprüfung) oder du einen ausländischen Broker nutzt.

Was ist die Vorabpauschale 2026?

Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindestbesteuerung für thesaurierende ETFs. Der Basiszins für 2026 beträgt 3,20 % (festgesetzt vom BMF am 13. Januar 2026 laut Bundesbank). Bei einem Aktien-ETF-Depot von 10.000 € fallen rund 41 € Steuern an. Dein Broker bucht automatisch im Januar ab.

Steuerrechtlicher Haftungsausschluss: Dieser Artikel dient ausschließlich zur allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung durch einen nach § 3 StBerG zugelassenen Steuerberater. Steuerliche Regelungen können sich durch Gesetzgebung ändern. Stand: Juni 2026. Haftung ausgeschlossen.